Komplementäre Therapien

Bei den allermeisten Tumoren sind heute nach wie vor Operation, Chemotherapie und Bestrahlung, bei einigen Erkrankungen auch Hormon- und Immuntherapie die Therapie der Wahl. Viele Patienten wollen sich aber nicht allein auf diese i.d.R. in ihrer Wirksamkeit wissenschaftlich überprüften Therapieverfahren der konventionellen Medizin verlassen.

Sie fragen nach komplementären (d.h. ergänzenden) Therapien, um selbst etwas zur Behandlung ihrer Erkrankung beitragen zu können und die Selbstheilungskräfte des Körpers zu mobilisieren.

Naturheilkunde und Komplementärmedizin haben diesbezüglich tatsächlich etwas zu bieten und es ist sinnvoll, sich mit diesem Bereich der Medizin etwas näher zu befassen. Ganz im Vordergrund sehen wir – von den meisten Menschen oft unterschätzt – die nichtmedikamentösen Verfahren, die auch zentralen Raum im Therapieangebot unserer Klinik für Onkologische Rehabilitation und Nachsorge einnehmen. Dazu gehören vor allem:

  1. Ernährung: Ernährungsfaktoren spielen eine große Rolle bei der Entstehung vieler Tumore. Auch auf den Krankheitsverlauf und das Wohlbefinden hat die Ernährung einen großen Einfluss, wobei in unterschiedlichen Krankheitsphasen verschiedene Faktoren zu beachten sind.
  2. Sport und Bewegung: Wissenschaftliche Untersuchungen zum Brust- und Darmkrebs sprechen dafür, dass sportliche Aktivität einen vor einer Tumorerkrankung schützenden Effekt hat. Neben- und Nachwirkungen von Strahlen- und Chemotherapie, z.B. auf das Knochenmark, können mit Bewegungstherapie, vor allem mit den Ausdauersportarten Laufen, Schwimmen und Radfahren sehr positiv beeinflusst werden.
  3. Entspannungsverfahren: Ausreichend Schlaf und regelmäßige Entspannungsphasen sind wichtig für den menschlichen Organismus. Als sehr günstig erweist sich für viele Patienten das Erlernen eines Entspannungsverfahrens wie das Autogene Training oder die Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson. Auch Meditation, Yoga oder konzentrative Bewegungstherapien wie Chi Gong oder Tai Chi, die Körper, Geist und Seele harmonisieren sollen, können sinnvoll sein.

Diese drei wichtigen Faktoren finden wir innerhalb der klassischen Naturheilkunde in der so genannten Ordnungstherapie wieder. Sie sind aber genauso das Herzstück der „Mind-Body-Medizin“, die in den Vereinigten Staaten seit einigen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat und auch in Deutschland mehr und mehr an Popularität gewinnt.
Über diese Maßnahmen, die vor allem die Lebensführung betreffen, hinaus werden verschiedene andere Therapieverfahren, Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt, deren therapeutischer Nutzen in der Medizin unterschiedlich eingeschätzt wird. An dieser Stelle kann nur ein kleiner Einblick in die Therapien gegeben werden, die häufig zur Anwendung kommen.

Mistelextrakte

Mistelextrakte sind in Deutschland die meist verordneten komplementären Medikamente in der Krebsmedizin. Bei Tumorerkrankungen werden sie in der Regel zwei- bis dreimal wöchentlich unter die Haut gespritzt. Weitere Details zu Mistelextrakten finden Sie im  Glossar.

Antioxidantien

An Entstehung und Fortschreiten von Tumorerkrankungen können sogenannte „freie Radikale“ beteiligt sein, die in der Lage sind, die Zellen und die Erbinformation im Zellkern zu schädigen.
Der menschliche Körper verfügt über Schutzmechanismen gegen die schädigenden Wirkungen dieser freien Radikale. Dafür benötigt er u.a. verschiedene Vitamine und Mineralstoffe, die Antioxidantien genannt werden: vor allem sind dies Vitamin C, Vitamin E, Karotinoide und die Spurenelemente Selen und Zink. Weitere Details zu Antixoidantien finden Sie im Glossar

Enzympräparate

Die medizinische Verwendung von Enzymen hat ihren Ursprung in der traditionellen Heilkunde Südamerikas, Afrikas und Asiens. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts finden Präparate mit Enzymen aus der Bauchspeicheldrüse vom Tier und aus der Papaya und der Ananaspflanze auch Anwendung in der westlichen Komplementärmedizin bei Tumorerkrankungen. Weitere Details zu Enzympräparaten finden Sie im Glossar

Thymuspräparate

Thymusextrakte werden aus der Thymusdrüse von Kälbern oder Schweinen hergestellt. Die Thymusdrüse ist ein zentrales Organ des Immunsystems und die Präparate werden verabreicht, um günstige Effekte auf das Abwehrsystem zu erzielen. Weitere Details zu Thymuspräparaten finden Sie im Glossar.

Mistelextrakte 

Mistelextrakte sind in Deutschland die meist verordneten komplementären Medikamente in der Krebsmedizin

Mistelextrakte sind in Deutschland die meist verordneten komplementären Medikamente in der Krebsmedizin.